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Beschreibung der Linienführung der Lokalbahn Wutzlhofen - Falkenstein

 

Beschreibung der Linienführung der Lokalbahn Wutzlhofen - Falkenstein

Beschreibung im OriginalBeschreibung im Original

Höhenprofil klein
Höhenprofil
klein
Höhenplan proportional
Höhenplan
proportional

 

Die Lokalbahn nach Falkenstein verlässt den Bahnhof Wutzlhofen der Haupbahnlinie Regensburg – Hof am nördlichen Ende und verfolgt bis km 16,8 im Wenzenbach, Apperszwinger und Ziegelmühlbachtale aufwärts führend eine nordöstliche Richtung.
Zunächst steigt die Bahn zur Ueberschreitung des nördlichen Ausläufers des sogenannten Jägerberges schwach an, senkt sich dann sanft unter Ueberschreitung der Staatsstrasse von Regensburg nach Cham bei km 1,88 in das Tal des Wenzenbaches hinab, führt bei km 2,58 nördlich an Irlbach vorbei und steigt dann mässig im breiten Wenzenbachtale südlich der Distriksstrasse von Gonnersdorf nach Wald an.
Von der Ortschaft Wenzenbach ab, die auf der Nordseite berührt wird, erhöht sich die Steigung. Die Linie folgt den Windungen des sich verengenden Tales, dasselbe mehrmals überschreitend, zieht etwa 1,4 km westlich an Bernhardswald vorbei und erreicht Erlbach östlich berührend, bei km 13,8 die Ortschaft Hauzendorf. Von hier aus nimmt die Lokalbahn die Grösststeigung von 25 %o an, um auf die Höhe der Wasserscheide zwischen Regen und Donau zu gelangen.
Nach Lambertsneukirchen bei km 16,8 geht die Linie in eine östliche Richtung über, erreicht bei km 20,3 den Bahnhof Rossbach – Wald, der zwischen den beiden Distriktsstrassen Rossbach – Nittenau und Rossbach – Wald und nördlich der Ortschaft Rossbach gelegen ist, steigt dann weiter gegen die Ortschaft Hetzenbach und gelangt etwa 1 km südlich von Hetzenbach auf den höchsten Punkt der Wasserscheide bei km 23,830.
Nun nimmt auf der Wasserscheide bleibend die Linie zuerst eine östliche dann eine südöstliche Richtung an, durchbricht in grossen Windungen das sogen. Hochholz, erreicht die Ortschaft Schillertswiesen bei km 28,0 und führt dann unter Ueberwindung mehrerer Einsattelungen und öfterem Ueberschreiten der Distriktsstrasse Brennberg – Falkenstein bis km 33,3 wo sie die Wasserscheide verlässt und sich nach dem Markte Falkenstein rasch absenkt.

Die Länge der Bahnlinie zwischen den Mitten der Betriebsgebäude Wutzlhofen und Falkenstein beträgt 35,407 km, die Luftlinie zwischen den gleichen Punkten hat eine Länge von 25,08 km, mithin beträgt der Umweg 10,327 km d.i. 34,3 % der Luftlinie.
Der kleinste Krümmungshalbmesser misst 200 m. Der Bahnhof Wutzlhofen liegt 344,15 m, der Bahnhof Falkenstein 569,30 m über dem Meere, demnach letzterer 225,15 m höher ist als ersterer.
Der tiefste Punkt der Bahn im Wenzenbachtale liegt 342,74 m, der höchste Punkt bei der Wasserscheide zwischen km 23,8 und 24,0 606,86 m über dem Meeresspiegel.
Die Summe der verlorenen Steigungen beträgt 114,13 m.
Der größte Zugswiderstand ergibt sich für beide Fahrtrichtungen aus der grössten Steigung von 25 %o im Zusammentreffen mit dem kleinsten Krümmungshalbmesser von 200 m zu 1/27,7 des Zugsgewichtes.

Ausser der Endstation Falkenstein wurden an Verkehrsstellen errichtet:
Die Haltestellen Wenzenbach, Bernhardswald, Hauzendorf, Rossbach – Wald, Hetzenbach, die Haltepunkte mit Ladestellen Lambertsneukirchen, Schillertswiesen und Gfäll, die Haltepunkte Irlbach und Erlbach.
Die Bahn bewegt sich im Gebiete der Urgebirgsformation. Die ungebundenen Abträge bestehen aus Sand, lehmigen Bodenarten und Granitgrus, die gebundenen vorwiegend aus zerklüftetem, grobkörnigem Granit.
Die geförderten Erd- und Felsmassen betrugen rund 380000 oder rd. 10,7 cbm für das Meter Bahnlänge.
An grösseren Kunstbauten sind hervorzuheben: Die über den Wenzenbach bei km 6,498 führende Bahnbrücke mit 17,4 m Lichtweite, 2 Bahnbrücken mit 8,70 m bezw. 8,30 m Lichtweite, 3 Bahnbrücken mit 5,1, 5,0 bezw. 3,0 m Lichtweite, die gewölbte Wegbrücke bei km 33,35 zur schienenfreien Ueberführung der Distriktsstrasse Brennberg – Falkenstein mit 3 Oeffnungen von 10,65 bezw. 2 x je 3,90 m Lichtweite, zwei weitere Wegüberführungen mit 3 Oeffnungen von 10,30 m und je 2 x 3,8 bezw. 2 x 4,0 m Lichtweiten, ferner 2 Wegbrücken mit 5,9 bezw. 5,6 m Lichtweite, dann 3 Wegunterführungen mit 10,45 bezw. 9,80 und 9,30 m Lichtweite.
Sämtliche vorbenannte Brücken sind gewölbt. Die übrigen Kunstbauten bestehen aus 2 Betoneisenbrücken mit 4,618 bezw. 4,20 m Lichtweite – in der Bahnachse gemessen – dann mehreren gewölbten Eisenbetondurchlässen bis zu 2 m Lichtweite, wovon 2 eine Länge von 24,5 m besitzen, sowie eine Reihe von Rohrdurchlässen.

Ausser verschiedener Verlegungen der Distriktsstrasse Gonnersdorf – Wenzenbach bei Irlbach und Wenzenbach, der Verlegung der Distriktsstrasse Nittenau – Wald – Kienleiten nächst der Kreuzungsstation Rossbach, der Verlegung der Distriktsstrasse Brennberg – Falkenstein bei km 31,6 und 33,35 bezw. 34,5, sowie der Verlegung der Distriktsstrasse Falkenstein – Wiesenfelden am Nordostende der Station Falkenstein wären noch die umfangreichen Verlegungen der Ortsverbindungswege bei den Verkehrsstellen Bernhardswald, Schillertswiesen und Gfäll erwähnenswert.
Der Wenzen- bezw. Apperszwingerbach zwischen km 1,9 und 14,0 war ständig an den verschiedensten Stellen zu verlegen. Die übrigen Bach- und Wasserlaufverlegungen sind geringeren Umfanges. Zu den Verkehrsstellen Bernhardswald, Hauzendorf, Lambertsneukirchen, Rossbach – Wald, Schillertswiesen, Gfäll, Falkenstein wurden auf Rechnung der beteiligten Gemeinden ausgedehntere Lade- und Zufuhrstrassen erbaut, während die Zufuhr- und Ladestrassen der Bahnhöfe Wenzenbach und Hetzenbach von den betreffenden Gemeinden selbst ausgeführt wurden.

Als Gleisbettung für die freie Strecke wurde Grundbau und Schotter zum Teil aus Granitsteinen der Bahneinschnitte, zum überwiegend grösseren Teil jedoch aus Syenitbruchsteinen der Brüche bei Rossbach verwendet, während in den Verkehrsstellen und zwischen km 13 – 14,2 die Gleisbettung aus Grundbau und Granitschotter mit Ueberdeckung aus Donaukies besteht.
Der Oberbau wurde in verstärkter Art aus Schienen der Form VIII Neumaterial auf neuen Holzquerschwellen Klasse II b an den Stössen und Klasse II als Zwischenschwellen durchgeführt.
Als Spurverbindungsmittel kamen durchgehende Weichen der Schienenform VIII zur Verwendung; nur im Bahnhofe Falkenstein ist je 1 Weiche Form II a und Form I eingelegt.

Hochbauten und bemerkenswerte Stationseinrichtungen wurden ausgeführt:
a.) in Wenzenbach: 1 Agenturgebäude
b.) in Bernhardswald: 1 Agenturgebäude
c.) Hauzendorf: 1 Agenturgebäude
d.) in Rossbach – Wald: 1 Agenturgebäude, 1 Nebengebäude mit Hochbehälter von ca. 7,5 cbm Fassungsraum für die Wasserversorgungsanlage.

Die Wasserversorgungsanlage im Bahnhofe Rossbach – Wald besteht aus 3 Quellfassungen, 1 Quellsammelschacht mit 4 cbm Fassungsvermögen, einer 720 m langen Hauptleitung mit 0,08 m Lichtweite.
Die 169 m lange Leitung vom Hochbehälter im Nebengebäude zu den 2 freistehenden Wasserkranen im Bahnhofe besteht aus 100 m/m weiten Stahlmuffenrohren.

e.) in Hetzenbach: 1 Agenturgebäude
f.) in Falkenstein: 1 Betriebsgebäude, 1 Lokomotivremise mit Wohnungsanbau, 1 Abortgebäude, 1 Güterhalle, dann 2 Dienstwohngebäude, 1 Kohlenpferch mit freistehendem Wasserkran, 1 betonierte 43 m lange erhöhte Ladeplatzrampe.

Die bahneigene Wasserversorgungsanlage im Bahnhofe Falkenstein besteht aus 1 Hochbehälter mit rund 25 cbm Fassungsvermögen, einer 70 m langen Hauptleitung mit 0,15 m Lichtweite und 0,10 m bezw. 0,07 m und 0,05 m weiten Verteilungsleitungen samt den Haus- und sonstigen Nebenanschlüssen im Bahnhofe, 3 Unterflurhydranten, 1 Stationsventilbrunnen und 1 freistehenden Wasserkranen. Der bahneigene Hochbehälter wird durch eine 50 m/m weite und 90 m lange Eisenrohrleitung im Anschlusse an die Wasserleitung der Marktgemeinde gespeist.

In den übrigen Verkehrsstellen sind keine bahneigenen Hochbauten hergestellt worden. Im Bahnhofe Gfäll ist durch die landwirtschaftliche Genossenschaft der Orte Brennberg, Frankenberg und Bruckberg ein Lagerhaus mit Raum für einen Agenten erbaut worden.
Mit dem Baue der Bahnlinie wurde Mitte Juli 1912 begonnen; die Betriebseröffnung fand am 22. Dezember 1913 statt.

Regensburg, im April 1914
L.S.

 

 
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